Gaffen statt helfen? - die Reportage im WDR

Theoretisch ist helfen ganz einfach – so lautet das Fazit der WDR-Sendung zum Thema „Gaffen statt helfen?“ am 05.03.2018. Die Reportage berichtet über die gesellschaftlich wachsende „Faszination für das Schreckliche“ und die Feuerwehr Hagen, die in ihrer Arbeit regelmäßig durch Gaffer behindert wird. Die Motive der Gaffer sind meist unklar, sicher ist jedoch, dass immer mehr Menschen bei einem Unfall zum Smartphone greifen - nicht etwa um Hilfe zu rufen - sondern um die teilweise schwerstverletzten Menschen zu filmen und die Videos in sozialen Netzwerken zu verbreiten. Durch ihre Unaufmerksamkeit riskieren die Gaffer häufig selbst Auffahrunfälle - was aber viel schlimmer ist: sie verzögern die Erstversorgung der Unfallopfer. Vielen ist dabei sicher nicht bewusst, dass unterlassene Hilfeleistung eine ernst zu nehmende Straftat ist. Auf die Frage „Warum?“ bekommen wir die Antwort, dass man durch die virale Verbreitung von Unfall-Videos im Zeitverlauf „abstumpft" und dass die Neugier am Ende häufig siegt.

Die Reportage zeigt aber auch positive Beispiele und berichtet über Menschen, die Zivilcourage bewiesen und Unfallopfern intuitiv und umgehend Hilfe geleistet haben. Diese Menschen sind heute eine Seltenheit – finden auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des muTger-Kurses bei der Diakonie in Ratingen, als sie nach ihrer Motivation zur Teilnahme an dem Kurs gefragt worden sind. Der muTiger-Kurs gibt ihnen die nötige Sicherheit um im Notfall einzugreifen, denn helfen kann jeder und hinzusehen anstatt wegzusehen ist bereits der erste Schritt.

Sowohl die Einsatzkräfte der Feuerwehr als auch die muTiger-Kurs-Teilnehmerinnen und Teilnehmer und die zivilcouragierten Bürger sind sich einig darüber, dass das die Gesellschaft für die verheerenden Folgen von Gaffen und unterlassener Hilfeleistung stärker sensibilisiert werden muss. Die Teilnahme an einem muTiger-Kurs ist zur Förderung von Zivilcourage in der Gesellschaft sicherlich ein erster wichtiger Ansatz. 

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